Kein Autobahnausbau mehr: So setzen sich österreichische Klimakonzerne für Mobilitätsgerechtigkeit ein

Als die österreichische Regierung den Ausbau der Lobau-Autobahn plant, haben sich Aktivisten in ganz Österreich zusammengeschlossen, um sich diesem umweltschädlichen Projekt zu widersetzen. Während die Welt nach wie vor stark auf das Auto ausgerichtet ist, zeigt diese Aktion den Appetit auf grünere und gerechtere Verkehrsmittel. 

Ein Bild der Aspernbrücke vom Donaukanal. Aktivisten sitzen in Booten, die wie Autos aussehen, während sie auf der darüber liegenden Brücke zu verrauchten Aktivisten aufblicken.
Aktivisten von System Change statt Climate Change im Einsatz am Donaukanal. Fotokredit über Systemwechsel, nicht Klimawandel.

Am Freitag, 28. Mai 2021, hat die österreichische Klimagerechtigkeitsgruppe Systemwechsel statt Klimawandel mit einem Aktionstag in Wien auf die klimaschädlichen Auswirkungen des Lobau-Autobahnausbaus aufmerksam gemacht. Über 150 Aktivisten versammelten sich auf der Aspernbrücke und dem darunter liegenden Donaukanal. „Es war eine wirklich bunte und vielfältige Aktion, die sich gleichzeitig sehr entschlossen anfühlte“, sagt Marcel Baumeister*, ein Aktivist, der sich für System Change not Climate Change engagiert.

Die Planungen für die Autobahn S1-Lobau begannen in den 1970er Jahren, Aktivisten haben sich von Anfang an dagegen gewehrt. Baumeister erklärt: „Es gibt Widerstand, seit die Pläne in den 70er Jahren aufkamen und einige der Bürgerinitiativen, mit denen wir zusammenarbeiten, sich vor 20 Jahren gegründet haben. Sie haben in der Vergangenheit viel getan, um eine Grundlage für die Arbeit zu schaffen, die wir jetzt leisten.'

Der Ausbau der Lobau-Autobahn widerspricht scheinbar Österreichs Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden, da der Verkehr einen großen Anteil an den CO1990-Emissionen des Landes hat. Seit XNUMX haben insbesondere die Emissionen des Verkehrssektors um 74% gestiegen, und da sind 2 bis 3 Stunden Stau pro Tag in der Stadt durch die Autobahn prognostiziert. „Dieses Projekt wird uns nur noch weiter in die Klimakrise treiben, deshalb müssen wir es aufhalten, und ich glaube, wir werden es stoppen“, sagt Baumeister.

Auf der Aspernbrücke lassen Aktivisten Rauch ab, mit einem dreibeinigen Bauwerk sind Aktivisten in die Straßensperrung geklettert.
Aktivisten von System Change statt Klimawandel kontrollieren die Aspern Bridge. Fotokredit über Systemwechsel, nicht Klimawandel.

System Change statt Klimawandel setzt sich erst seit sechs Monaten gegen den Autobahnausbau ein, doch bereits mit Gruppen wie Extinction Rebellion, Fridays For Future und lokalen Bürgerinitiativen, die die Kampagne aktiv unterstützen, hat die Kampagne großen Erfolg. „Wir arbeiten jetzt wirklich als Klimagerechtigkeitsbewegung zusammen, um dieses Straßenausbauprojekt zu bekämpfen, und ich denke, das ist schon sehr mächtig und kann viel bewirken und wird auch in Zukunft viel bewirken“, erklärt Baumeister.

Die Kampagne ist Teil von Autofreies Wien, einer Kampagne zur Mobilitätstransformation, die für umweltfreundlichere Verkehrsmittel in der Stadt kämpft. Durch das autofreie Wien engagierte sich Baumeister für den Systemwandel, nicht für den Klimawandel. Nachdem er zum Studieren nach Wien gezogen war, war Baumeister „überrascht“, wie autozentriert die Stadt war. Die Kampagne hat mich sehr angesprochen, also bin ich in der Gruppe aktiv geworden.'

Ein wesentlicher Teil der Kampagne war bisher die Aktion im Mai, die im Rahmen des Vienna Climate Camp stattfand, einem jährlichen Camp, das von System Change not Climate Change organisiert wird. Baumeister sagte: 'Das Camp endet immer mit einem Aktionstag, damit wir uns nicht nur vernetzen und über Themen lernen, sondern tatsächlich etwas tun!' Für diese Aktion errichteten Aktivisten eine bunte Blockade auf der Brücke, die symbolisch für die durch den Autobahnausbau zu erwartenden erhöhten Wartezeiten im Verkehr war.

Der Protest war eine farbenfrohe und positive Demonstration passiven Widerstands. Eine Samba-Band spielte, während die Leute tanzten, und auf der Brücke und den Booten wurden bunte Fackeln entzündet, um die Wiener Innenstadt zu erhellen.  

Aktivisten, die die Aspernbrücke besetzt haben, bauen Bauwerke, richten Sitzgelegenheiten ein und amüsieren sich.
Aspernbrücke besetzt. Bildnachweis über System Change, nicht Klimawandel.

Die Gruppe hängte Banner, die wie Straßenschilder aussehen sollten, von der Brücke aus, auf denen Aussagen wie „Kapitalismus aufbrechen“ geschrieben standen. Boote, die wie Autos aussehen sollten, segelten unter dem Schild. „Wir haben den zentralen Fluss in Wien angeblich zur Lobau-Autobahn gemacht“, sagt Baumeister und erklärt weiter, dass die Aktion „klar gemacht hat, dass, wenn die Regierung dieses Projekt tatsächlich durchziehen will, wir da sein werden, um unsere Leichen abzulegen“ auf der Linie und stoppen Sie es.'

Im Herbst soll mit der Erweiterung begonnen werden. Baueinster sagte, dass der Aktionstag die Gruppe mit einem großen Gefühl der positiven Einstellung hinterließ, was sie erreichen könnten, wenn die Arbeit wie geplant beginnt noch im Spätherbst aktiv sein, wenn die Arbeiten an der Autobahn beginnen.'

Auf die Frage, was Baumeister jemandem sagen würde, der erwägt, in seinem lokalen oder nationalen Gebiet nach ähnlichen Aktivistengruppen wie Systems Change statt Klimawandel zu suchen, war seine Antwort klar: „Tu es! Es ist unsere Zukunft, die auf dem Spiel steht, und dafür müssen wir kämpfen. Ich bin auch zutiefst davon überzeugt, dass es eine bessere und gerechtere Zukunft geben wird, die wir gemeinsam aufbauen können, für die es sich sehr zu kämpfen lohnt und für die sich jeder einbringen sollte.'

Um Solidarität mit der Arbeit von System Change, nicht Klimawandel zu zeigen oder sich in der Gruppe zu engagieren, senden Sie eine E-Mail [E-Mail geschützt].

*Der Name dieser Aktivistin wurde geändert, um ihre Anonymität zu schützen

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